Das war ein Trip. Hui. Am Flughafen Lombok hat mich mein Fahrer abgeholt, um mich nach Senaru, dem Ausgangsdorf für Rinjani-treks zu fahren. Dauer ca. 3,5Stunden. Schöne Insel. In Senaru im Guesthouse angekommen, mal wieder einziger Tourist. Ich solle auf der Veranda warten, mein Guide käme dann gleich. Nach dem Abendessen kam der Guide, und erzaehlt mir erstmal, dass es gar keine Gruppe gäbe, sondern ich alleine bin (obwohl ich explizit in einer Gruppe trekken wollte, zumal das billiger ist). Die anderen Gruppenleute hätten einen Motorbikeunfall gehabt... jaja. Dazu wollte er dann mehr Geld haben als per Mail mit seiem Boss ausgemacht (da ich ja alleine bin). Das hab ich verweigert, nachdem ich ihm die Emails gezeigt hatte in denen ich nach einer Gruppe gefragt habe und den Preis bestätigt bekommen habe, war er dann einverstanden. Ätzend, aber leider oft so in Südostasien. Nicht umsonst gibt es den Begriff der "Lombok Mafia", da die trickbetrügerei hier leider ziemliche Ausmaße hat. Etwas angesäuert bin ich dann ins Bett gegangen.
Am nächsten morgen treffe ich ein paar andere Touristen beim Frühstück,jeder hat mit einer anderen company gebucht, teils in Gruppen, teils alleine, alle fühlten sich irgendwie abgezockt. Nett wenn man gleich Gemeinsamkeiten findet ;). Fahrt nach Sembalun, wo der Trek losgeht. Der erste Blick auf den zu erklimmenden Gipfel:
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| sieht noch unspektakulär aus |
Beginn auf ca. 1100m Höhe. Über glühende Felder ohne Schatten gehts 2 Stunden bergauf, dann kochen mein Träger und mein Guide erstmal dick gebratene Nudeln für mich. Zudem gibts bei jedem Stop "Drink, sir? Coffe or Tea?". Ganz cooler Service.
Die Träger schleppen hier übrigens jeder 60kg in Flipflops auf den Berg, das ist abartig...
Nach dem ersten Stop gehts in den Nebelsee:
und nach weiteren 4 Stunden brutalem Aufstieg
erklimmen wir den Kraterrand, und es zeigt sich mir diese derbe Anblick:
Eine weitere Stunde später haben wir den Campground erreicht, auf 2639m über dem Meeresspiegel. Der Gipfel erscheint recht nah, aber liegt schlappe 1100 Höhemeter über uns.
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| dem Gipfel so nah... |
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| best. campsite. ever. |
Nach ausgiebigem Abendessen und netten Gesprächen mit den Zeltnachbarn gehe ich schlafen (19 Uhr, aber ich war platt.). Coole Sache an der ärgerlichen Planung: ich habe ein dreimannzelt für
mich alleine. Auch angenehm. Die Nacht wird kurz und kalt (ca 10 Grad, sehr feucht).
Weckruf um 2 Uhr, Coffe or Tea? Dazu Schokokekse. 2:15: Beginn aufstieg. Alles an Kleidung mitgenommen was ich habe, Handschuhe an, Kopflampe auf, und ab gehts. 3,5 Stunden steilst bergauf, in Geröll, 2 Schritt vor, einer zurück. Vorbei ein vielen Touries, die unterschätzt haben, was es bedeutet, einen solchen Berg zu besteigen. Wir sind ziemlich schnell im Vergleich zu den anderen, ich bin da schon etwas stolz auf mich. 6 Uhr: Ankunft auf dem gipfel, 3726m (oder so). 20 Minuten vor Sonnenaufgang. Die Aussicht: pervers. Das Feeling: grandios. Cookies zur Belohnung, alle um mich herum ein seeliges erschöpftes Grinsen im Gesicht (wurde regelrecht voll da oben, locker 100 Leute).
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| erster Ausblick, hinten rechts sieht man Bali |
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| heppi. |
Hier ein Bild der Aufstiegsroute:
Nach einer Stunde des Genießens abwärts: mehr rennen als laufen, nach einer Stunde sind wir im Camp, der Träger hat mir zwei extradicke Bananpancakes gezaubert.
Der rest des harten Tags kommt aber noch: wir steigen runter zum Kratersee, auf 2000m. Nach 3 Stunden kommen wir bei den heißen Quellen an, ich nehme ein ausgiebiges Bad, während der Porter mir Mixed vegetables und Nasi Goreng kocht. Gegessen wird leider im Regen unter einer Plastikplane.
Danach der Aufstieg auf die andere Seite des Kraters, wieder hoch auf 2641 Meter. Genialste Campsite aller Zeiten, aber der Aufstieg war mehr Klettern als Wandern, und oben bin ich dann wirklich wirklich geschafft.
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| sonnenuntergang |
Zum Abendessen hab ich ein nettes Video dass ihr daheim dann sehen werdet. Wieder nett mit anderen Zeltnachbarn geplaudert und um 8 Uhr schlafen gegangen, dieses mal wars angenehm warm im Zelt und ich ratze durch bis morgens 5:30. Aufstehen um den Sonnenaufgang zu sehen, dieses Mal mit Blick auf den (noch aktiven) Vulkan im Vulkan.
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| vulcano in the vulcano (still active) |
Nach Fried Bananas und Abschied von den vielen netten Leuten die ich da kennengelernt habe, und wir machen uns wieder auf den Weg nach unten auf 900m. Gegen 10 kommen wir im Office an und ich werde nach Bangsal gefahren, wo ich ein Schnellboot nach Gili Air besteige. Während der Zimmersuche regnet es leider, aber das Zimmer ist groß, schön, sauber, warme Dusche (OH MEIN GOTT DAS WAR DIE GEILSTE DUSCHE MEINES LEBENS), Aircon...
Alles in allem: das war zwar hart, aber GANZ so hart wie man im Netz liest auch wieder nicht (da ist immer von "the hardest thing you will ever do" die Rede... naja.). Ist halt ordentliches Bergwandern, und am Gipfeltag sinds locker 12 Stunden Lauferei, mit knapp 2000 Höhenmetern rauf und runter. Zwei drittel der Leute, die den Trek in Angriff nehmen, sollten das nicht tun, weil sie nicht fit genug sind. Die Höhenkrankheit ist weniger da Problem (man befindet sich nur 2 Stunden über 3000Metern), aber die Anstrengungen, gepaart mit den echt schweren Verhältnissen (slippery, steep) sind einfach nix für untrainierte Menschen. Dennoch wird das immer wieder von den Companies als "lazy trek" angeworben...
Jetzt noch Abendessen und dann schlafen. Die nächsten Tage: Nix geplant ausser chillen, eventuell n bisschen Tauchen (geht hier sehr gut).
Cheers
Friedrich
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| Ausblick nach Sonnenuntergang vor dem Abstieg am letzten Tag |